Tallinns Schokoladenseite Teil 2

Im ersten Teil wurde im Café Josephine Torte geschlemmt, hier geht es nun weiter mit kleineren Köstlichkeiten.

Wer nach einem Tortenstück noch Schokolade to go braucht (und schafft), kann im Café Josephine an der Theke Pralinen erstehen. Diese werden von der Pierre Chocolaterie bezogen, die nur ein paar Haus-
nummern weiter ihren Sitz hat. Noch schöner ist es allerdings, ein wenig bis zum nächsten Schoko-Hunger zu warten und dann den verführerischen Ort selbst aufzusuchen. Die Chocolaterie befindet sich im sogenannten Hof der Meister, einem ruhigen Hinterhof mit behaglicher Atmosphäre, in dem auch ein paar Kunst- und Handwerksläden angesiedelt sind. Seit 2003 können die süßen Köstlichkeiten entweder im wohnzimmerartigen Café oder bei schönem Wetter im Freien genossen werden. Der Kaffee ist ebenfalls zu empfehlen und hilft im Hier und Jetzt zu bleiben, während schokoladige Schlemmereien die Sinne einlullen. Zum Beispiel die Praline London: Die kompakte Hülle aus dunkler Schokolade ist mit zarten Vollmilch-
raspeln verziert und mit einer dünnen Marzipanschicht unterfüttert. Darunter liegt ein fast schwarzer Kern aus Kakao und Espressobohnen. Wer es etwas luftiger mag, greift zur Himbeervariante: Eine dickwandige, weichcremige, weiße Schokoladenschicht, marmoriert mit zierlichen rosigen Streifen, verbirgt eine altrosafarbene Himbeercreme, die so leicht wie Himbeerjoghurt schmeckt und sogar kleine Fruchtkerne enthält. Wunderbar!

Ein Teller mit vier koestlichen Pralinen

Wenn der Nachmittag nicht schon verstrichen ist, kann man noch ins moderne Rotermannquartier zwischen Altstadt und Hafen begeben. Früher ein Fabrikviertel, ist es heute zu einem architektonisch interessanten Gebäudekomplex mit Shopping Center, Märkten, Büros und Wohnhäusern avanciert.

Ein futuristisches Gebaeude im Rotermannviertel

 

 

 

 

 

 

Dort findet sich auch ein Ladenlokal von Kalev, Estlands ältestem und größtem Süßwarenhersteller. Hier gibt es quasi alles, was die Schokofabrik hergibt – Tafeln mit und ohne Füllung, Schokoladenbonbons, Toffees und ein umfangreiches Pralinen- und Trüffelangebot in ebenso variantenreichen Geschenkverpackungen wie die Schachteln mit historischen tallinner Stadtansichten.

Das Ladenlokal von Kalev in Tallinns Rotermannviertel

Tipp: Kalev Finest Chocolate mit 72 % Kakaoanteil, die dunkelste Schokolade im Kalev-Sortiment. Die schmale 70-g-Tafel soll laut Herstellerangabe auf besondere Weise das Wohlbefinden, die Zufriedenheit und die Stimmung positiv beeinflussen. Dem kann an dieser Stelle zumindest nicht widersprochen werden, außerdem müssen ein angenehmer Schmelz sowie ein nur leicht angedeuteter Karamellgeschmack konstatiert werden. Neben all den schönen Sachen bietet der Laden im Rotermannviertel auch Workshops an: zum Beispiel einen zweistündigen Marzipan-Lehrgang (einer Legende zufolge wurde das Marzipan in Tallinns berühmter, seit dem 15. Jahrhundert bestehenden Rathausapotheke erfunden) oder aber einen Schoko-Kurs, in dem sich die glücklichen Teilnehmer nach Beendigung ihrer Pralinenproduktion an einem Schokoladen-Fondue laben können. Fest steht: Landeshauptstadt ist Tallinn bereits, doch hat die baltische Metropole durchaus auch das Zeug zur heimlichen Schokoladenhauptstadt.

www.pierre.ee

www.kalev.ee

Kommentare
3 Kommentare to “Tallinns Schokoladenseite Teil 2”
  1. doris sagt:

    hallo simone, herzliche glückwünsche zur „schokoladenseite“. Bin gespannt auf die nächste schokoladenstadt. Da mein mann und ich auch schon in tallin waren, können wir deine ausführungen voll bestätigen.
    Weiter so!

    Liebe grüße
    Doris

  2. Fraeulein sagt:

    Vielleicht sollte ich nicht die naechste Kaffeehaus-Tour durch Wien planen, sondern eine Schoko-Tour durch Tallinn…