Der Duft von Schokolade

Wien im Jahr 1881. Ein Leutnant mit dem klingenden Namen August Liebeskind tritt nach zehn Jahren aus der k. u. k. Armee aus. Im Stillen bezeichnet er sich selbst als Schönwetterleutnant. Da liegt ein Branchenwechsel nahe – August soll als Einkäufer in der Schokoladenfabrik seines Onkels Joseph anfangen. Zunächst liegt ein langer Sommer vor ihm. Allerdings scheint die Zeit zu verfliegen, als er Bekanntschaft mit der unergründlichen Elena Palffy macht. Eine stolze Frau, die sich nicht groß um Konventionen schert und die ein Geheimnis verbirgt. Um sie zu erobern, muss sich August etwas Besonderes einfallen lassen. Seine Vorliebe für Schokolade und sein untrüglicher Geruchssinn sind ihm dabei unschätzbare Helfer. Aber das Glück scheint nicht von langer Dauer zu sein, ist Elena doch verheiratet und ihr Mann unter rätselhaften Umständen verschwunden.

Natürlich wird man bei der Lektüre an »Das Parfum« oder »Chocolat« erinnert. August Liebeskind besitzt wie Patrick Süskinds Grenouille den absoluten Geruchssinn. Doch ist es durchaus lesenswert, wie der »Pralinésoldat« immer neue Konfektvariationen kreiert, um Elena für sich einzunehmen. Da werden Schokolade und duftiges Heu oder Nougat und frische Kastanienschalen kunstvoll arrangiert und in eigens dafür geschreinerte Holzschächtelchen verpackt. Wer würde da widerstehen können? Gerade Passagen wie diese, die Schilderung von Augusts Sy­n­äs­the­sien oder die Beschreibung verschiedener Vorgänge in einer Wiener Zuckerküche (allein diese Kombination verheißt Köstliches) machen das Buch zu einer schmackhaften Unterhaltung.

Cover Duft von Schokolade

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ewald Arenz

Der Duft von Schokolade

272 Seiten, Tb

Deutscher Taschenbuch Verlag

ISBN 978-3-423-13808-6

€ 8,90

Kommentare geschlossen.