Süßkramdealer

Viele Wege führen zur Schokolade. In diesem Fall war es ein Architektur-Newsletter, der über die gelungene Erweiterung eines Schoko-Ladens in Berlin mit historischer Einrichtung berichtete. Die Fotos dazu waren sehr vielversprechend und so stand für den nächsten Hauptstadt-Besuch fest: unbedingt beim „Dealer“ vorbeischauen.

Süßkramdealer Berlin               Süßkramdealer Berlin

Verortet im Stadtteil Friedenau, lockt das Geschäft von Martin Hesse nicht unbedingt die Drei-Tage-Berlin-Touristen an, doch Erkundungstouren abseits der typischen Reiseführer-Routen lohnen sich mitunter – hier auf jeden Fall. Die legalen Suchtmittel – von Tafelschokoladen in mannigfacher Sortenauswahl über Konfekt, Kakao und Cremes bis hin zu Kaffee- und Teespezialitäten – werden in einem ehemaligen Ladenlokal der Zigarrenfabrik Loeser & Wolff bereitgehalten. Das Interieur ist noch von 1906; dunkle Eiche und Mahagoni dominieren die Schokohandlung und fügen sich sowohl mit den bunten Verpackungen als auch deren Inhalt gediegen und harmonisch zusammen.

Süßkramdealer Berlin

Bevor Inhaber Martin Hesse seinen Laden im Jahr 2005 eröffnete, wollte er sich auf eine andere Bohnenart spezialisieren – ein Coffee-Shop sollte Einzug in die Varziner Straße 4 halten. Kaffee gibt es jetzt natürlich auch, nämlich von einer kleinen Rösterei direkt aus Friedenau. Aber zum Glück liegt der Schwerpunkt auf Schokolade, und schwer fällt auch die Wahl. Denn der Süßkramdealer beherbergt ein umfangreiches Sortiment von zahlreichen Herstellern wie z. B. Beschle, Venchi, Blanxart, Domori, Kakaokontor Hamburg oder Coppeneur. Die Schokolade der österreichischen Schokoladenmanufaktur Bachhalm bekommt man sogar in ganz Berlin nur hier. Breit ist das Stichwort: Es gibt keine unzähligen verschiedenen Schokoladen mit 70 % Kakaoanteil. Martin Hesse legt Wert auf „das Besondere“, gerne mit Frucht und in schöner Verpackung.

Himbeer Knallbrause Gmeiner   Himbeer Knallbrause Gmeiner

In diese Kategorie fällt auch die Sorte „Himbeer Knallbrause“ von Gmeiner. Cremige weiße Schokolade zerschmilzt erst auf der Zunge, bevor es Himbeercrisp und Kohlendioxid im Mund krachen und prickeln lassen. Die Schokolade ist zwar ganz schön süß, hapst sich aber dennoch ziemlich schnell weg und macht Spaß. Am besten zu zweit essen, damit man sich gegenseitig was vorbrausen kann.

Wer Schokolade nicht nur selbst konsumieren, sondern auch verschenken möchte, ist beim Süßkramdealer ebenfalls an der richtigen Adresse. Martin Hesse ist auch die Verpackung der Verpackung wichtig, deshalb wird sein Süßkram beispielsweise mit einer feinen Stoffschleife verziert, wenn er als Präsent gedacht ist. Besonders elegant sind auch die echten Zigarrenkisten, die an die Vergangenheit des Ladenlokals erinnern und statt mit Tabakwaren mit Pralinen bestückt sind. Gefertigt in Portugal, werden die Kisten mit einem Branddruck versehen, der das Logo des Süßkramdealers auf den Deckel prägt.

Süßkramdealer Berlin

Apropos Geschenke: die bereits erwähnte Ladenerweiterung, für deren Gestaltung die Innenarchitektin Frédérique Desvaux verantwortlich zeichnet, beherbergt das sog. Kaffeehaus. Quasi durch ein Mahagoni-Regal des Verkaufsraumes hindurch schlüpft man nach nebenan und findet sich von gänzlich anderen Farben umgeben. Sitzgelegenheiten und Tische in Pastelltönen laden zum Rasten und Naschen ein. In den schlichten Regalen finden sich (Koch-)Bücher, Porzellan, Kerzen, Postkarten und viele andere schöne Dinge und Zierrat mehr. In der Mitte des Raumes verlockt eine Theke erneut zum Kosten: mit Muffins, Macarons, Brownies oder Obstschnitten. Am Wochenende hält sie einen exquisiten Leckerbissen bereit: ein ehemaliger Patissier des KaDeWe liefert dann seine frische Erdbeertorte hier ab – das ganze Jahr über.

Süßkramdealer Berlin Kaffeehaus

Erdbeertorte, Schokolade in Hülle und Fülle, entspannte Atmosphäre und ein netter Service – absolut überzeugende Argumente für einen Abstecher nach Friedenau.

www.suesskramdealer.de

Süßkramdealer, Varziner Straße 4, 12159 Berlin

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